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Ad hoc Mitteilung gemäss Art. 53 KR

Moutier, 09/03/2020

Tornos richtet Marktfokus neu aus

  • Geringere Volumina wirken sich aufs Jahresergebnis aus
  • Guter Markteintritt für neue SwissNano 7   
  • Neue Kundenzentren

     

 

Die Tornos Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2019 deutlich geringere Volumina als im Rekordjahr 2018. Während der Geschäftsverlauf für Tornos in der Medizin- und Dentaltechnik sowie in der Elektronikindustrie auf dem guten Vorjahresniveau verblieb, bekam die Gruppe die Verunsicherung in der Automobilindustrie zu spüren. Zahlreiche Investitionsprojekte aus dieser Branche wurden gestoppt oder verschoben. Dies hinterliess deutliche Spuren im Jahresabschluss.

Insgesamt erzielte die Tornos Gruppe im Berichtsjahr einen Nettoumsatz von CHF 205,3 Mio. (2018: CHF 214,9 Mio.) und einen Auftragseingang von CHF 135,5 Mio. (2018: CHF 245,0 Mio.). Das operative Ergebnis (EBIT2) lag für 2019 bei CHF 6,4 Mio. (2018: CHF 15,5 Mio.), das Nettoergebnis bei CHF 5,9 Mio. (2018: CHF 15,3 Mio.).

Veränderte Bedürfnisse und Anforderungen

Mit dem Wandel der Automobilindustrie, dessen Ausprägungen sich immer deutlicher abzeichnen, und den damit zusammenhängenden veränderten Bedürfnissen und Anforderungen an Bearbeitungsmaschinen sieht Tornos für ihre hochleistungsfähigen Langdrehautomaten und Mehrspindelmaschinen auch mittel- und langfristig bessere Marktchancen und grössere Volumina in den Marktsegmenten Medizin- und Dentaltechnik sowie in der Elektronik- und in der Uhrenindustrie. Entsprechend verschiebt sich der Marktfokus der Gruppe.

Die Automobilindustrie trug 2019 nur noch 8,6 % zum gesamten Auftragseingang für Maschinen bei (Vorjahr: 42,9 %). Gleichzeitig stieg der Anteil der Medizin- und Dentaltechnik von 12,9 % auf 28,4 %. Hier gelangen Tornos im Jahr 2019 erfreuliche Verkaufserfolge. Der prozentuale Anteil des Marktsegments Elektronik stieg von 9,6 % auf 16,6 %. In absoluten Zahlen jedoch erreichte Tornos in diesem Segment den Auftragswert aus dem erfolgreichen 2018 nicht mehr ganz. Dies gilt in verstärktem Masse auch für das Marktsegment Uhrenindustrie. Zwar stieg dessen prozentualer Anteil von 9,3 % auf 9,6 %. In absoluten Zahlen aber halbierte sich der Auftragswert. Die restlichen 36,8 % (Vorjahr: 25,3 %) stammten von Unterlieferanten (sogenannten Job Shops), die Teile in die vier genannten Industrien liefern, sowie von kleineren Industrien, wie der Luftfahrt, oder aus dem Bereich Pneumatik und Hydraulik.

SwissNano 7 findet überzeugte Abnehmer

Bei den in der Schweiz produzierten Langdrehautomaten und Mehrspindelmaschinen ist es Tornos 2019 gelungen, den Umsatz zu steigern. Sehr erfreulich war die Resonanz für die in der zweiten Jahreshälfte 2018 im Markt lancierte SwissNano 7. Sie setzt in dieser Klasse neue Massstäbe bezüglich Platzbedarf, Ergonomie, Energiekonsum, Werkzeugverbrauch und Geräuscharmut. Die SwissNano 7 hat insbesondere in der Medizin- und Dentaltechnik sowie in der Hightech-Elektronikindustrie überzeugte Abnehmer gefunden. Sie wird beispielsweise für die Produktion von Zahnimplantaten oder für die Herstellung von anspruchsvollen Verbindungssteckern in der Kommunikations- und Messtechnik eingesetzt.

Deutlicher Umsatzrückgang in der zweiten Jahreshälfte

Im Vergleich zum Vorjahr sank der Nettoumsatz der Tornos Gruppe in Europa um 7 % und in Asien (inkl. Rest der Welt) um 21 %. In Amerika hingegen stieg er um 53 %. Erfreulich war auch der Nettoumsatz in der Schweiz, wo Tornos 13 % mehr fakturierte als 2018. Insgesamt verteilt sich der Nettoumsatz der Tornos Gruppe wie folgt auf die verschiedenen Regionen: Schweiz 22,8 % (Vorjahr: 19,2 %), Rest Europas 53,3 % (Vorjahr 59,4 %), Asien (inklusive restliche Regionen) 11,2 % (Vorjahr: 13,4 %), Amerika 12,7 % (Vorjahr: 8,0 %).

Im Bereich Service und Ersatzteile hat Tornos 2019 in fast allen Teilgebieten nochmals zugelegt. Einzig der Ersatzteilverkauf war rückläufig. Insgesamt ging der Nettoumsatz von CHF 46,7 Mio. im Vorjahr auf CHF 45,8 Mio. zurück. In den Teilbereichen Service, Revision und Gebrauchtmaschinengeschäft legte Tornos im Vergleich zum Vorjahr um CHF 1,7 Mio. zu. In den kommenden Jahren will Tornos die Service-Dienstleistungen weiter ausbauen.

Betriebsaufwendungen

Die Betriebsaufwendungen der Tornos Gruppe haben sich 2019 um CHF 2,2 Mio. auf CHF 60,0 Mio. erhöht (Vorjahr: CHF 57,8 Mio.). Im Bereich Marketing und Verkauf stiegen die Kosten um CHF 1,0 Mio. von CHF 30,3 Mio. auf CHF 31,3 Mio. Hier hat Tornos neue Mitarbeitende für den Bereich Service eingestellt, um die Dienstleistungen für Kunden weiter auszubauen. Bei den allgemeinen Verwaltungskosten erhöhten sich die Kosten nur gering.

Forschung und Entwicklung

Mit CHF 10,1 Mio. bewegten sich die Ausgaben im Bereich Forschung und Entwicklung 2019 auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (2018: CHF 10,1 Mio.). Ihre verschiedenen Innovationsprojekte – sowohl im Mehrspindelbereich als auch bei den Langdrehautomaten – führte Tornos erfolgreich weiter.

2019 hat Tornos auch die Weiterentwicklung ihrer skalierbaren und nutzerfreundlichen Maschinenprogrammierungs- und Kommunikationssoftware TISIS vorangetrieben und verschiedene Produktergänzungen und Updates realisiert.

Neue Kundenzentren in aller Welt und zentrale Produktion der Schweizer Maschinen

Während die Tornos Gruppe bereits im Mai 2019 je ein neues Kundenzentrum in Chicago (USA) und in Bangkok (Thailand) eröffnet hat, wird im ersten Quartal 2020 ein weiteres in der Nähe von Mailand (Italien) folgen. Und im Jahr 2022 ist die Eröffnung eines Kundenzentrums in Pforzheim (Deutschland) geplant. Damit setzt Tornos weltweit konsequent auf maximale Kundennähe. 

Im Berichtsjahr hat Tornos die Produktion der Schweizer Maschinen am Hauptstandort in Moutier, an der Rue Industrielle, zentralisiert, das Werk ausgebaut und die Abläufe vereinfacht. Auch die Sanierung des Verwaltungsgebäudes schloss Tornos im Berichtsjahr ab.

Weiterentwicklung der Standorte in Asien

Der Ausbau des Standortes Taichung, Taiwan, zu einem vollständig autonomen Werk, das sämtliche Maschinen der Swiss GT Baureihe fertig montieren kann, hat sich positiv auf die Qualität der Abläufe und auf die Flexibilität des Betriebes ausgewirkt. Das Werk war in der zweiten Jahreshälfte 2019 bereits voll ausgelastet.

Im April 2019 hat Tornos beschlossen, ihre Tochtergesellschaft in China, die Tornos (Xi’an) Machine Works Co., Ltd., unabhängig weiterzuentwickeln und die von der chinesischen Shaanxi Robot Automation Technology Co., Ltd. gehaltenen Minderheitsanteil von 30 % am Aktienkapital zurückzukaufen. Dieser Kauf wurde im Januar 2020 abgeschlossen. Zudem ist Tornos in Xi’an noch während des Berichtsjahres in neue Räumlichkeiten umgezogen.

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus aus China sind zurzeit noch nicht vollumfänglich absehbar. Mit ihrem Produktionsstandort in Taiwan hat die Tornos Gruppe die Möglichkeit, Produktlinien aus China nach Taiwan zu verlagern.   

Mitarbeitende

Im ersten Halbjahr 2019 erhöhte Tornos den Personalbestand laufend, um den hohen Arbeitsanfall abzudecken. Mit dem Rückgang des Auftragseingangs wurde die Mitarbeiterzahl in der zweiten Jahreshälfte wieder reduziert. Insgesamt nahm der Bestand der Tornos Gruppe leicht ab: von 728 Mitarbeitenden (in Vollzeitäquivalen­ten) und 44 Lernenden per Ende 2018 auf 729 Mitarbeitende und 35 Lernende per Ende 2019. Aufgrund der aktuellen Auftragslage hat Tornos in Moutier auf Anfang März 2020 Kurzarbeit beantragt.

 

 

Ausschüttung an die Aktionäre

Auf den Antrag für eine Dividendenausschüttung wird der Verwaltungsrat aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage verzichten.

Ausblick

Die Tornos Gruppe geht mit einem deutlich tieferen Auftragsbestand ins neue Geschäftsjahr als vor Jahresfrist. Die weltpolitischen Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit bringen zahlreiche Unwägbarkeiten mit sich, was Einschätzungen und Prognosen zurzeit äusserst schwierig macht. Mit ihrer ausgezeichnet auf die Kundenbedürfnisse ausgerichteten Produkte- und Servicepalette ist Tornos aber nach wie vor gut gerüstet, um rasch und effizient auf die Entwicklungen in den einzelnen Märkten reagieren zu können.

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