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Medienmitteilungen

Moutier, 16/08/2016

Ausbleiben von Grossprojekten belastet Umsatz und Ergebnis von Tornos im ersten Halbjahr

  • Kostensenkungsmassnahmen konnten Ergebnisrückgang teilweise kompensieren
  • Erfreuliche Entwicklung bei Standardmaschinen, zurückhaltende Investitionsbereitschaft bei Grossprojekten
  • Zuwachs im Service- und Ersatzteilgeschäft zeugt von guter Kapazitätsauslastung bei Kunden
  • Weitere Bereinigung im Immobilienportfolio am Standort Moutier

Bereits gegen Ende 2015 zeichnete sich ab, dass die negativen Folgen aus der Aufhebung der Mindestgrenze des Schweizerfrankens zum Euro auch im laufenden Jahr im Auftragseingang spürbar sein würden, umso mehr in einem schwierigen globalen Umfeld.

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten in den Zielmärkten von Tornos haben zahlreiche Investitionsprojekte der Kunden gebremst. Dies betraf mit China auch den grössten Werkzeugmaschinenmarkt der Welt, dessen derzeitigen Rückgang Tornos mit Sorge beobachtet.

Wie Rückmeldungen der Kunden zeigen, schöpfen sie vorrangig vorhandene Kapazitäten voll aus, bevor Neuanschaffungen getätigt werden. Als Folge wurden Investitionsprojekte wiederholt aufgeschoben.

Ergebnisrückgang aufgrund der Umsatzschwäche durch kostenwirksame Massnahmen gedämpft

Der Auftragseingang belief sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf CHF 62.6 Mio. Dies entspricht einer deutlichen Abnahme um 32.2% bzw. CHF 29.7 Mio gegenüber dem Wert der Vorjahresperiode (CHF 92.3 Mio.).

Der Nettoumsatz lag bei CHF 69.8 Mio. und damit 15.4% oder CHF 12.8 Mio. unter dem Wert der Vorjahresperiode (CHF 82.6 Mio.).

Einen positiven Ergebnisbeitrag leisteten Kostensenkungsmassnahmen – sie werden im zweiten Semester noch verstärkt wirken – sowie die im zweiten Quartal punktuell eingeführte Kurzarbeit am Standort Moutier. Die Umstellung auf «Lean assembly» wird fortgeführt und resultiert in deutlich gesenkten Durchlaufzeiten in der Taktmontage. Dieses Einsparungspotenzial dürfte mittelfristig bei ansteigendem Produktionsvolumen verstärkt wirksam werden.

Diese Anstrengungen, zusammen mit Preisdisziplin, haben dazu geführt, dass die Bruttomarge prozentual auf Vorjahresniveau gehalten werden konnte.

Es resultierte ein Nettoergebnis von CHF -3.5 Mio. (2015: CHF -2.5 Mio.), wozu ein Wechselkursverlust von CHF 0.6 Mio. sowie ein Buchgewinn von CHF 1.1 Mio. aus dem strategiekonformen Verkauf nicht betriebsnotwendiger Immobilien und Grundstücke beigetragen haben.

Unterschiedliche Entwicklungen der einzelnen Produktelinien

Schwierig war das erste Halbjahr vor allem für die auf hohe Produktionsvolumen ausgerichteten Mehrspindler von Tornos. Hier spürte das Unternehmen die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden in grössere, projektbezogene Erweiterungen der Anlagen.

Die in der Schweiz entwickelte und produzierte SwissNano nahm eine sehr erfreuliche Entwicklung: Im ersten Semester konnten bereits gleich viele Maschinen verkauft werden wie in den beiden Vorjahren jeweils in zwölf Monaten. Der Kundenkreis umfasst heute zunehmend Abnehmer aus der Medizintechnik oder der Elektronikindustrie. Auffallend ist die Anzahl Wiederkäufer, die aufgrund der positiven Erfahrung im Betrieb gleich mehrere Maschinen nachbestellten, gerade auch aus dem heimischen Markt.

Ein wachsender Anteil der bestellten Maschinen stammt aus den asiatischen Werken. Die erhöhte Nachfrage aus Europa nach Standardmaschinen der Swiss GT und Swiss DT Linien unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit dieser neuen Produkte.

Erweiterung des Produktportfolios – Lancierungen noch im laufenden Jahr geplant

Zur Sicherung des zukünftigen Wachstums wird Tornos in 2016 mit der Markteinführung von drei neuen Produkten beginnen. An der wichtigen Leitmesse AMB in Stuttgart (Deutschland) wird mit der Swiss GT 32 eine dritte plattformbasierte Maschine lanciert.

Mit der MultiSwiss wird Tornos im Bereich der High-end-Maschinen die technologische Führung mit der Lancierung von zwei Modellvarianten – basierend auf einer erweiterten Plattform – für grössere Werkstücke ausbauen. Es ist damit zu rechnen, dass diese Produkte ab 2017 umsatzwirksam werden.

Service und Ersatzteilgeschäft liegt über Vorjahr – TISIS-Software ein gefragtes Zusatzprodukt zu Industrie 4.0

Das Service- und Ersatzteilgeschäft, das für Tornos über dem Vorjahresniveau lag, zeigt, dass die Auftragslage bei den Kunden intakt ist.

Immer mehr Kunden setzen auch auf TISIS, die benutzerfreundliche Software-Lösung von Tornos zur Überwachung und Fernsteuerung des vernetzten Maschinenparks auf mobilen Geräten, und folgen damit dem Megatrend zu Industrie 4.0. Das derzeitige Maschinenangebot von Tornos erfüllt alle Voraussetzungen, um ihren Kunden diesen Technologiesprung der Zukunft zu ermöglichen.

Ausblick

Der Werkzeugmaschinenmarkt wird weiterhin einem hoch volatilen Währungsumfeld ausgesetzt sein. Hinzu kommen verschiedene politische und wirtschaftliche Unsicherheiten, die ebenfalls nicht zu einer Stabilisierung beitragen.

Viele Kunden schöpfen zurzeit die vorhandenen Kapazitäten voll aus. Dies wiederum lässt auf Maschinen-Neuanschaffungen schliessen, sobald sich die Stimmung in den Märkten wieder etwas aufhellt. Dennoch geht Tornos im Moment nicht von einer Verbesserung der Nachfrage frühestens vor Ende des laufenden Jahres aus.

Vor diesem Hintergrund verzichtet Tornos auf die Ankündigung eines Ergebnisziels. Der Fokus liegt vielmehr darauf, die Prozesse weiter zu optimieren, um bei einer Entspannung der Situation dank der erlangten höheren Flexibilität unmittelbar an der anziehenden Nachfrage partizipieren zu können.